More Website Templates @ TemplateMonster.com. September 17, 2012!

Vorwort

Die Idee.

Eigentlich spukt die Idee zu einer Weltumseglung im Kopf eines jeden Seglers, der einmal die Weiten der Oceane geschnuppert hat. So auch bei mir! Und das seitdem ich als 20-jähriger 1961 erstmalig mit dem Blauwassersegeln bekannt wurde; als Hitch-Hiker auf einer Segeltour von Lissabon in die Kanarischen Inseln an Bord einer 9,5 m Sloop eines pensionierten englischen Korvettenkapitäns.

Damals war die Anzahl der Segelschiffe, die die Fahrt über den Atlantic wagten noch überschaubar. In Las Palmas trafen sich alle und so war es nicht besonders schwierig, eine Heuer an Bord eines über den Atlantic segelnden Schiffes zu finden, denn Bedarf an einer zusätzlichen Hand bestand bei vielen. Diesmal war es ein 12,50 m langes Schiff mit langem Kiel, das von dem Eigner in eigener Arbeit von einem Arbeitschiff in ein stebiges Segelschiff umgebaut wurde. Zusammen mit der Ehefrau des amerikanischen Eigners und ihrem 6 Monate alten Sohn, ging es über die Kap Verdischen Inseln über den Atlantic. Die karibischen Inseln waren damals noch ursprünglicher und unberührter, wenn auch schon damals Reiseziel amerikanischer Touristen.

In Grenada fand ich dann einen neuen Job auf einem 25m Schooner, dessen Eigner versuchte sein Auskommen mit der Vercharterung seines Schiffes zu verdienen. Diesmal gegen Lohn und Brot und einer Koje zum Schlafen. Nach einjährigem Aufenthalt in den karibischen Inseln ging es mit diesem Schiff dann nach New York.

Seitdem hatte es mich gepackt! Ein eigenes Schiff und eine Reise um die Welt war nun der große Traum. Aber das kommt nicht von allein. So führte der Weg mich wieder in die Normalität eines Erwerbslebens. Wie üblich verhinderten Familiengründung und die Ausbildung der Kinder die weitere Verfolgung dieses Traumes. Immerhin war ich bald Eigner verschiedener seegehender Schiffe, mit denen die ganze Familie die Ostsee und das Mittelmeer von Gibraltar bis in die Türkei bereiste. Einen Grund, den großen Traum einer Weltumsegelung aufzuschieben, gibt es immer. Und zu der großen Anzahl von denen, die ihr Leben lang träumen ohne diesen Traum zu realisieren, wollte ich nicht gehören.

Mit 70 Jahren schien es mir auch die letzte Chance einer Realisierung dieses 50 Jahre alten Traumes. Eine Weltumsegelung ostwärts schien mir wohl zu ambitionös, aber die Barfussroute westwärts war wohl angemessen für eine letzte Chance. Mit der Teilnahme an der ARC World bot sich daher an, in der Gemeinschaft mit anderen Seglern diese Reise durchzuführen.

Dazu gehört natürlich ein geeignetes Schiff. Das fand sich schnell. Eine X-612, schnell und komfortabel eingerichtet für eine größere Mannschaft.

Die Mannschaft zu suchen war ungleich schwieriger. Ist doch das lange und enge Zusammenleben an Bord eines Schiffes nicht so einfach. Das erfordert eine besondere Auswahl.

Aus meinem Kreis von Freunden und Clubkameraden fanden sich keine Mitsegler, die eine solche Reise mitsegeln wollten und konnten. Also musste ich andere Wege gehen, meine Mitsegler für diese Weltumsegelung zu finden. Anzeigen in der Yacht und im Internet brachten mir viele Interessenten; viel Zeit verbrachte ich mit dem Schreiben von emails. Jeder wurde aufgefordert, sich mit mir zu einem persönlichen Kennenlernen zu treffen. Wem das zuviel war, hatte wohl nicht ernsthaftes Interesse an diesem Projekt. Viele Gespräche fanden statt, um über seglerische Erfahrungen und Kenntnisse zu sprechen, aber besonders auch die charakterliche Eignung und Sympathie füreinander einzuschätzen. Zudem war mir wichtig, eine Mannschaft zusammenzustellen, die sich in wesentlichen Fähigkeiten und Kenntnissen ergänzt. Ein Schlusspunkt dieser Auswahl war ein kurzer Törn mit Interessenten in Mallorca. Es war eine schwierige Entscheidung, denn jeder der Teilnehmer war ein geeigneter Mitsegler und jede Absage, die ich erteilen musste, tat mir sehr leid.

Der Name des Schiffes

Meine Schiffe hießen immer CHIKA. Das spanische Wort für Mädchen. Das ich das C mit einem K ausgetauscht habe, möge man mir verzeihen, denn es war erforderlich die Anfangsbuchstaben der Namen meiner gesamten Familien unterzubringen: C für Christel, H für Hubert, I für Ines und KA für Katja. Erst einige Jahre später hatten wir Familienzuwachs. Luisa. Und deshalb kam das –lu hinzu sodaß seitdem alle meine Schiffe CHIKA-lu hießen.

Die Eignerflagge

Die Eignerflagge ist eine seemännische Tradition. So schien mir das Wappen auf einem alten römischem Siegelring hierfür sehr geeignet, den ich auch zum Symbol und Sinnspruch für die Mitglieder meiner Familien erkoren hatte. Eine Meerjungfrau mit Spiegel und Kamm, umfaßt von einem Gürtel mit dem Wort „EMERGO“. Der Lateiner kann es selbst übersetzen. Für die anderen der Sinn des Wortes: Ich erhebe mich, ich tauche auf, ich stehe auf.

Für mich passt das zum Leben als Lebensmotto und auch für ein Schiff, dem man sich anvertraut, das immer obenauf schwimmt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

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